· 

Naturparadies mit Weitblick: Wanderung von Beuren zum Dreifürstenstein

Blick über die Beurener Heide nach Beuren und zur Burg Hohenzollern
Blick über die Beurener Heide nach Beuren und zur Burg Hohenzollern

 

Diese herrliche Rundwanderung beginnt in Hechingen-Beuren an der Bushaltestelle "Beuren Friedhof". Wenn Sie mit dem Auto über Belsen oder Schlatt anreisen, können Sie auch direkt zum Wanderparkplatz am Waldrand (Beurener Heide) fahren. Von der Bushaltestelle aus führt unser Weg entlang der Bismarckstraße durch den idyllischen Bergweiler. Wir folgen dem malerischen Sträßchen, das zwischen den Wiesen verläuft, weiter in gleicher Richtung bis zum Waldrand. Nachdem wir ein kleines Bächlein überquert haben, biegt unser Weg nach rechts ab und führt uns zum Waldparkplatz an der Beurener Heide.

Das hochgelegene Beuren ist im Winter relativ schneesicher....
Das hochgelegene Beuren ist im Winter relativ schneesicher....

Beuren

Mit seinen rund 180 Einwohnern, ist der höchstgelegene Stadtteil von Hechingen, auf stolzen 684 Metern über dem Meeresspiegel gelegen. Der Weiler war wahrscheinlich schon seit langem im Besitz der Hohenzollern, aber der Name des "Dreifürstensteins" weist auf die Grenzlage seines Territoriums hin. Hier trafen sich fast 400 Jahre lang die Gebiete des ehemaligen Großherzogtums Württemberg sowie der Fürstentümer Fürstenberg und Hohenzollern-Hechingen. Auch heute noch spiegelt sich dies an den nahegelegenen Kreisgrenzen wider. So gehören die ehemals württembergischen Nachbarorte wie Belsen zum Landkreis Tübingen, während die hohenzollerischen Orte wie Beuren zum Zollernalbkreis gehören.

Obwohl Beuren ein abgelegener Weiler zu sein scheint, kann er auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im Jahr 786 taucht der Name "Purrom" für eine Siedlung auf, die vermutlich auf das heutige Beuren hinweist. Im 16. Jahrhundert wurde es in einer Urkunde als "Burron" bezeichnet. Der Name leitet sich vom Wort "Bu" ab, was "Bau" oder "Gebäude" bedeutet. Im 15. Jahrhundert errichteten die Bewohner von Beuren ihre erste Kapelle und weihten sie dem Heiligen Johannes dem Täufer. Im Jahr 1842 wurde sie durch den heutigen spätklassizistischen Bau ersetzt. Im Inneren der Kapelle ist eine gotische Skulptur des Heiligen Johannes des Täufers aus dem Jahr 1430 erhalten geblieben.

 

Orchideenparadies Beurener Heide
Orchideenparadies Beurener Heide

 

Unsere Wanderung führt uns nun in gleicher Richtung weiter, das heißt, wir folgen dem rechten Weg auf ungefähr gleicher Höhe an der Kreuzung. Wir betreten die wunderschöne Beurener Heide, die von Wachholdersträuchern und einer Vielzahl von Magerwiesenblumen geprägt ist. Dieses Gebiet liegt geologisch im Brauen Jura (Dogger) und umfasst nicht nur Wachholderheiden, sondern auch einzelne Hangquellmoore, die aufgrund der wasserundurchlässigen und rutschfreudigen Ornatentone entstehen. In dieser Heide finden sich über 340 Pflanzenarten, darunter 65 gefährdete und geschützte Arten wie das gefleckte Knabenkraut, Pyramiden-Hundswurz, Sumpf-Stendelwurz, Mücken-Händelwurz, Helm-, Purpur- und Manns-Knabenkraut, ebenso wie die seltenen Fliegen-, Spinnen- und Bienen-Ragwurzen sowie verschiedene Enzianarten.

Die Beurener Heide ist ein wahres Paradies für botanisch Interessierte aufgrund ihres reichen Orchideenvorkommens. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die ausgewiesenen Wege nicht verlassen werden dürfen, um die empfindliche Flora und Fauna zu schützen.

Dieses Gebiet, das durch Jahrhunderte der Schafbeweidung geprägt wurde, ist von Wäldern und Wiesen umgeben und bietet eine einzigartige Naturlandschaft.

Burg Hohenzollern vom Brielhof aus
Burg Hohenzollern vom Brielhof aus

Während wir in die Beurener Heide eintauchen, erhebt sich im Hintergrund majestätisch die Burg Hohenzollern, die wie ein verwunschenes Märchenschloss über der Landschaft thront. Dieses atemberaubende Schloss verleiht unserer Wanderung eine ganz besondere Kulisse und erinnert an die faszinierende Geschichte dieser Region.

Wenn Sie die Tour abkürzen möchten, haben Sie jetzt die Möglichkeit, dem Wanderpfad mit dem blauen Dreieck nach oben auf den Trauf zu folgen und sich oben auf dem Albsteig (HW1) nach links zu halten. Beachten Sie jedoch, dass der Weg im oberen Teil an einigen Stellen recht steil ist und an nassen Tagen feuchte und daher rutschige Passagen aufweisen kann. Daher ist für diese Variante absolute Trittsicherheit und rutschfestes Schuhwerk erforderlich.

Wenn Sie die längere Variante mit einem sanfteren Aufstieg bevorzugen, folgen Sie dem Weg durch den Wald nach rechts in Richtung Schlatt und Weiherwaldkopf. Dieser Weg ist gelegentlich mit einer weißen 8 auf schwarzem Hintergrund markiert.

Egal, für welche Route Sie sich entscheiden, die Erlebnisse und Aussichten werden unvergesslich sein. Willkommen auf dieser spannenden Wanderung!

Wir setzen unsere Wanderung fort, indem wir dem Weg mit der weißen 8 folgen, der uns schließlich zurück zum Wanderparkplatz führt. Der Waldweg macht bald wieder einen Rechtsschwenk, und wir spazieren entlang einer weiteren Heide, bis wir die Kapfalm erreichen. Hier finden wir einen Rastplatz mit einer Grillstelle, wo wir eine Pause einlegen können, um die Natur zu genießen.

Danach setzen wir unsere Wanderung fort und erreichen den Schlatter Sportparkplatz, den wir in gleicher Richtung passieren. Nach etwa 100 Metern, am Kirchenköpfle oberhalb der alten Schlatter Kirche, biegen wir nach links ab und folgen dem Wanderweg, der uns hoch zum Trauf führt. Wir passieren den Aussichtspunkt Kaspars Kreuz und wandern zunächst in Richtung Weiherwaldkopf.

Oben angekommen, folgen wir dem Albsteig (HW1) nach links, immer entlang des Traufs, bis wir schließlich den Dreifürstenstein erreichen. Unterwegs bieten sich uns an vielen Stellen wunderschöne Ausblicke auf die Burg Hohenzollern und den malerischen Albtrauf mit dem Albvorland.

 

 

Entlang des Pfades, den wir hier entlangwandern, stoßen wir auf zahlreiche alte Grenzsteine, die die reiche Geschichte dieser Region widerspiegeln. Die Inschriften auf diesen Steinen sind vielfältig: "HH" steht für Hohenzollern-Hechingen, "B" bzw. "SCH" für Beuren oder Schlatt. "HS" über "S" kennzeichnet das Territorium von Hohenzollern-Sigmaringen und Salmendingen, während "KW" auf das Königreich Württemberg hinweist.

Am Dreifürstenstein, der sich auf 853,5 Metern über dem Meeresspiegel erhebt, eröffnet sich uns ein weiter Blick auf diese traumhaft schöne Natur- und Kulturlandschaft zwischen dem Albtrauf und dem Schwarzwald. An diesem malerischen Ort befindet sich auch eine Schutzhütte, die von einem dahinter liegenden Grillplatz ergänzt wird. Hier können wir Rast machen und die Schönheit der Naturlandschaft in vollen Zügen genießen.

 

Der "Dreifürstenstein" auf dem Dreifürstenstein
Der "Dreifürstenstein" auf dem Dreifürstenstein

 

Dreifürstenstein

 

Eine faszinierende Legende rankt sich um den Dreifürstenstein. Es wird erzählt, dass sich hier die Fürsten von Fürstenberg, Hohenzollern und Württemberg zu Beratungen getroffen haben sollen. Über dem Grenzstein soll eine runde Steinplatte als Tisch befestigt gewesen sein, sodass jeder der Fürsten auf seinem eigenen Territorium bleiben konnte.

 

Nachdem wir uns ausgiebig an dem wunderbaren Blick erfreut haben, folgen wir zunächst dem roten Dreieck und dem Apfelsymbol, und dann dem blauen Dreieck, um hinunter nach Beuren zu gelangen. Dabei werden wir auf lauschigen Pfaden durch ein Waldschutzgebiet mit einer urwaldähnlichen Naturlandschaft geführt. Unten angekommen, erreichen wir am Waldrand eine weitere Schutzhütte mit Grillplatz, wo wir erneut die Gelegenheit zur Rast haben.

Ab diesem Punkt führt uns der Weg durch die bunt blühende und artenreiche Beurener Heide zurück zum Wanderparkplatz und schließlich durch Beuren zurück zum Ausgangspunkt, der Bushaltestelle "Beuren Friedhof".

Angaben für kurze und lange Variante:

 

Gehzeit: 2,3 h, 4,5 h

 

Länge: 7,7 km, 13,2 km

 

Höhenunterschied: 277 m, 490 m

 

Einkehrmöglichkeiten in Beuren: Gasthof Dreifürstenstein und Gasthof Jockele

 

Grillplatz Dreifürstenstein (neben der Schutzhütte), Grillplatz Kapfalm, Grillplatz Beurener Heide

 

 

ÖPNV: Bus Linie 9, Abfahrt Bahnhof/Obertorplatz Hechingen, Ziel Haltestelle „Beuren Friedhof“. An Samstagen und Ferientagen verkehrt hier ein Linientaxi zum Naldo-Tarif, Anmeldung am Vortag bis spätestens 17:00 Uhr bei Tel. 07471 / 960 000. Sonntags keine Verbindung.

 

 

 

 

Karte: kurze aber steile Variante

 

 

 

Karte: lange Variante

Kommentar schreiben

Kommentare: 0